Und jetzt bin ich auch noch Disc-Golfer!

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben- und ganz oft kommt diese völlig unerwartet und ohne Vorankündigung um die Ecke. So geschehen bei mir und einer Sportart, deren Existenz ich mir vor nicht einmal 2 Monaten noch nicht wirklich bewusst war: Disc-Golf!

Anfang September war ich beim „Tag des Handballs“ in Frankfurt (einer im Übrigen ganz hervorragenden Veranstaltung, auch wenn ich den Zuschauer-Weltrekord immer noch in Frage stelle!) und von irgendeinem Promoter wurde mir ein Flyer in die Hand gedrückt, auf dem „HOLF“ zu lesen war. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass HOLF eine Abkürzung für Handball-Golf ist, die in jeder Grünanlage gespielt werden kann.

Als nicht ganz handballuninteressierter Mensch dachte ich mir: „kann man ja mal ausprobieren“.
In ersten Vorbereitungsgesprächen auf die anstehende HOLF-Action entwickelte sich dann der Plan „auf die komischen Stahlkörbe die da im Ostpark rumstehen“ zu spielen, aber das es doch auch „viel cooler mim Fussball statt mim Handall“ wäre.

So fing es an. Mit dem runden Leder als Spielgerät!

So fing es an. Mit dem runden Leder als Spielgerät!

Das Ende meiner Reise, um an den Punkt zu gelangen, Disc-Golf wirklich wahrzunehmen und selbst ausprobieren zu wollen war dann die lapidare Frage eines Mitspielers nach der ersten Runde „Fussball-Golf“: „Warum nehmen wir denn nicht Frisbee-Scheiben, wie all die anderen die auf die Stahlkörbe spielen?“

An diesem Punkt unterbreche ich die emotionale Reise meines Gehirns zum Disc-Golf einmal und sollte vielleicht erst einige Hintergründe erklären, die ich bisher nur nebenbei angesprochen habe.

Was ist Disc Golf?

Disc-Golf erklärt sich, ähnlich wie Fussball-Golf und Handball-Golf, eigentlich von selbst. Es ist eine Variante des Golf-Sports, die fast genauso gespielt wird, wie das Vorbild.
Einziger großer Unterschied ist die Wahl des Spielgeräts. Statt Schläger und Ball, gibt es hier eine Frisbee-Scheibe (Disc), die mit möglichst wenigen Versuchen ans Ziel gebracht werden muss.
Dieses Ziel ist kein Loch, wie beim Golf, sondern ein Stahlkorb, behängt mit Ketten, welcher als Ziel dient.

Mehr dazu HIER

Was brauche ich um zu spielen?

Gute Laune, Geduld und eine Scheibe. Wirklich Spaß macht es dabei nur mit einer Sport-Scheibe. Davon gibt es unzählige Ausführungen, ab ca. 10 Euro / Stück. Zu finden sind die auf jeder großen Internet-Shopping-Plattform. Die bekannten Strand-Scheiben sind eher weniger zu gebrauchen.

(HIER gibt’s Scheiben!)

Wo kann ich spielen?

Tja, gute Frage! Ich selbst kenne nur einen Standort, den Ostpark in Rüsselsheim. Hier stehen diese „komischen Stahlkörbe“ schon seit 2006 rum, ohne dass ich zuvor jemals darüber nachgedacht hätte.
Um die Körbe leichter finden zu können (und die passenden Abwurfstellen) empfiehlt sich ein Blick auf die Website des Rüsselsheimer Disc-Golf-Vereins scheibensucher.de. Es gibt aber sicherlich auch in anderen Ecken Deutschlands eine Menge Möglichkeiten Disc-Golf zu spielen, denn der Sport wächst und im Internet hab ich einige Plätze entdeckt. Einfach mal googlen!

(HIER kann gespielt werden!)

So, nachdem das Grundsätzliche abgehakt ist, kommen wir wieder zu meinem Werdegang zum Disc-Golfer:
Am 13.09.2014 kaufte ich für ganze 2 Euro im „Western-Water-Park“ auf Mallorca zwei Frisbee-Scheiben (die niemals gespielt werden sollten…) und schickte ein Bild davon in die Heimat mit dem Text: „nach dem Urlaub wird der Frisbeekram mal ausprobiert!!!“

Die Scheiben aus dem Wasserpark

Die Scheiben aus dem Wasserpark

Keine 24 h später erreichte mich die Antwort. Eine E-Mail mit der Amazon-Bestellbestätigung für einen Satz „Disc-Golf-Einsteiger-Set“-Scheiben im Anhang. Blöd nur, dass die drei enthaltenen Scheiben für verschiedene Situationen gedacht sind (weite Distanz, nahe Distanz, mittlere Distanz) und somit ein zweiter Spieler auch einen zweiten Satz benötigt.

Das Ende vom Lied war, dass, noch vor meinem ersten Disc-Wurf, 8 Discs in unseren Familienbesitz übergingen und 60 Euro in einen Sport investiert wurden, der vielleicht nach einer ersten Test-Runde nie mehr gespielt werden würde.
Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch niemand ahnen, dass ich in den ersten 3 Wochen meiner Disc-Golf-Karriere 16 Tage (!!!) (Stand 25.10.: 25 Mal in 31 Tagen) im Ostpark verbringen und weit über 200 Bahnen gespielt haben würde…

Nach der Rückkehr ins herbstliche Deutschland, stand nun also die erste Runde auf dem Programm. Der Kursplan wurde über die Website der Scheibensucher Rüsselsheim ausgedruckt und wir stapften völlig unbeholfen gen Ostpark um das Disc-Golfen auszuprobieren.

Kursplan Ostpark Classic 21. Quelle: Scheibensucher.de

Kursplan Ostpark Classic 21. Quelle: Scheibensucher.de

Doch weit gefehlt! Noch bevor wir loslegen konnten, trafen wir auf die ersten Vereinsspieler, die uns nach kurzem Gespräch an die Hand nahmen und in die grundlegenden Techniken einführten. Das Ganze wiederholte sich dann auch an den folgenden Tagen.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz offiziell bei allen „Scheibensuchern“ bedanken, die so sympatisch und geduldig waren, uns Ihren Sport zu erklären. Wirklich klasse, wie man hier mit offenen Armen empfangen und willkommen geheißen wird!

Wir spielten also die ersten Spiele und entdeckten als I-Tüpfelchen, dass ausgerechnet am ersten Wochenende im Oktober und ausgerechnet bei uns in Rüsselsheim die deutsche Disc-Golf-Meisterschaft stattfinden würde!

Nun sind also tatsächlich erst 3 Wochen vergangen, seit ich das erste Mal eine Scheibe in der Hand hatte um auf einen Stahl-Korb zu zielen. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, aber hier hat eben alles zusammen gepasst!
Die sympatische Einführung. Die Deutsche Meisterschaft vor Ort, der wir drei Tage lang beiwohnten. Und die Tatsache, dass sich auch einige meine Freunde für den Sport interessieren (ließen).

So ist es dann eigentlich doch nicht überraschend, dass ich in diesen letzten 3 Wochen fast jeden Tag in den Park gefahren bin um meiner neuen Leidenschaft zu frönen.

Ich bin richtig froh, über diesen Sport gestolpert zu sein und kann mir momentan kaum vorstellen, dass der Spaß daran in nächster Zeit nachlassen wird.
Wahrscheinlich werde ich nicht mehr jeden Tag, vielleicht sogar nicht jede Woche im Ostpark sein, aber die Scheiben und Körbe haben schon jetzt einen Platz in meinem Leben eingenommen, den ich ihnen nur zu gerne, großzügig zur Verfügung stelle!

Wer sich auch nur ansatzweise vorstellen kann, dass ihm so was Spaß machen könnte- einfach mal ausprobieren! Frische Luft, eine tolle Community und sonnige Herbsttage in der Natur- was will man mehr?

PS. Ein kleines Fehler-Bild hat sich in der Galerie versteckt. Liebe Grüße an Carsi und Alex

 

5 Kommentare zu “Und jetzt bin ich auch noch Disc-Golfer!

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